EnergieAudit nach DIN EN 16247-1

1. Ausgangslage – Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes EDL-G

Am 6. März 2015 hat der Bundesrat der Novelle des EDL-G zugestimmt. Damit einher geht die Verpflichtung zur Durchführung von EnergieAudits. Es geht hierbei nicht mehr nur um die individuelle Initiative zur Einsparung von Primärenergie, sondern um eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene verpflichtende Maßnahme für Unternehmen, die gemäß der Definition der EU sogenannte Nicht-KMU sind. 
Als Unternehmen gilt dabei jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Damit gelten die Verpflichtungen nicht nur für Kapitalgesellschaften oder produzierende Betriebe, sondern – unabhängig von der Rechtsform oder Branche – für alle Unternehmen, bei denen die Mitarbeiterzahl, der Jahresumsatz oder die Jahresbilanzsumme festgelegte Schwellenwerte übersteigen.

Werden

  • mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigt,  
  • übersteigt der Jahresumsatz 50 Mio. Euro oder 
  • die Jahresbilanzsumme 43 Mio. Euro 

gilt das Unternehmen als Nicht-KMU und unterliegt der Auditpflicht. 
Betroffene Unternehmen müssen erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 ein EnergieAudit durchführen und danach mindestens alle vier Jahre, gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Audits. Die erstmalige Pflicht zur Durchführung gilt als erfüllt, wenn zwischen dem 4. Dezember 2012 und dem 5. Dezember 2015 ein entsprechendes Audit durchgeführt wurde. 

Unternehmen sind von der Pflicht freigestellt, wenn sie zum o.g. Zeitpunkt ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS eingerichtet haben. 

2. Anforderungen an ein EnergieAudit
Die EnergieAudits müssen den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen und mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs erfassen.

  • Ermittlung und Darstellung des Energiebezugs einschl. Kraftstoffe (Fuhrpark/Beförderung).  
  • Bei Filialen/weiteren Standorten: Überprüfung der sogenannten „5 %- / 95 %-Regel“. 
  • Ermittlung und Darstellung des Energieverbrauchs anhand einer sogenannten EnergieAnalyse (Zuordnung des Energiebezugs auf die einzelnen Verbraucher-Gruppen).
  • Auswertung der Strom- und/oder Gaslastgänge.
  • Bilden von Kennzahlen.
  • Ermitteln und Darstellen von Einsparpotenzialen an Gebäuden, der technischen Infrastruktur / Versorgungstechnik, an Produktionsanlagen oder anderen Energieverbrauchern wie z. B. EDV, ...
  • Bewertung und grobe Wirtschaftlichkeitsberechnung zu möglichen Investitionen und Priorisierung.
  • Abschlussbericht zum EnergieAudit (auch als Nachweis gegenüber der BAFA).

3. Die nächsten Schritte

Ihr Unternehmen ist von der Durchführungspflicht eines EnergieAudits auf Grund der am 6. März 2015 vom Bundesrat beschlossenen Novelle des EDL-G betroffen? Oder sind Sie von der Pflicht freigestellt, weil Sie bereits ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS eingerichtet haben?

Wenn nicht, dann müssen Sie erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 ein EnergieAudit durchführen und danach mindestens alle vier Jahre, gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Audits. 

Sie sollten deshalb umgehend mit uns Kontakt aufnehmen und einen Besuchstermin in Ihrem Unternehmen vereinbaren. 

Die Ziele dieses Erstgespräches sind das persönliche Kennenlernen, das Kennenlernen Ihres Unternehmens, der Informationsaustausch zu Standorten, Prozessen und Energieverbrauchsdaten als Basisinformation für unser Leistungsangebot.

 

ees Tübingen Eisenbahnstraße 126 72072 Tübingen Germany Tel.: +49 (0) 7071 / 54 922 16 E-Mail: info(at)ees-tuebingen.de